(31-10-2014) Das „palästinensische Volk“ ist das Volk, dem, so will es die arabische Legende, die Juden mit Gewalt sein Land geraubt haben. Erfunden wurde das „palästinensische Volk“ schon in den 60er Jahren. Das „palästinensische Volk ohne Land“ ist eine Figur im Spiel um die Macht im Nahen Osten, die erfunden wurde, um Israel und den Westen dauerhaft zu bekämpfen zu können, um Israel einen motivierten Gegner unmittelbar an seine Seite stellen zu können.
Der Begriff „Palästinenser“ taucht erstmalig in der Charta der „Palestine Liberation Organization“ (PLO) von 1964 auf. In UNO-Resolutionen war bis dahin nur von „Palästinaflüchtlingen“ die Rede. Vor der Gründung Israels waren die sich heute Palästinenser nennenden Araber einfache, arabisch sprechende Levantiner, die in Palästina lebten und die selbst den Arabern nur als ein Teil der grossen arabischen Nation galten.
Aber
was war die grosse arabische Nation, deren Einheit in den 60er und 70er Jahren
so viel beschworen wurde? Wie so oft bei grossen Worten handelt es um eine
Fiktion. Für den arabisch-palästinensischen en Protagonisten Jassir Arafat,
reichte diese Nation vom Atlantik (Marokko) bis nach Mesopotamien (Irak),
umfasste also alle Länder in denen Arabisch heute Verkehrssprache ist. Als
einigendes Merkmal dieser Nation galt den Vertretern dieser nationalistischen
Idee die Sprache, nicht der Islam. Wieweit allerdings Marokkaner, Algerier und
Tunesier sich mit den Arabern der arabischen Halbinsel und des Nahen Ostens
identifizieren, mag dahingestellt bleiben.
[In
gleicher Weise könnte auch von einer spanischen oder iberischen Nation
sprechen. Zu dieser würde dann ausser Spanien und Portugal auch ganz
Lateinamerika von Kap Horn bis nach Kalifornien gehören].
Offiziell
erscheint der Begriff „palästinensisches Volk“ erstmalig in der UN-Resolution
3236 vom 22. November 1974, die, nach einer Rede Arafats, von der
UN-Vollversammlung angenommen wurde. Als Angehörige dieses Volkes gelten
heute vor allem die Arabisch sprechenden Bewohner des Westjordanlandes und des
Gazastreifens.
Die
PLO war am 28. Mai 1964 in Jerusalem unter der Ägide des damaligen ägyptischen
Präsidenten Gamal Abdel Nasser gegründet worden, um eine Vertretung des
arabischen Volkes in Palästina im Rahmen einer panarabischen Bewegung zu
schaffen (also nicht eine palästinensische Vertretung innerhalb der arabischen
Nation). Aufgabe der PLO war die Befreiung Palästinas mittels bewaffneten
Kampfes gegen Israel. Von einem palästinensischen Staat war wohlweislich keine
Rede, nur von einem „Palästina innerhalb der Grenzen, die zur Zeit des
britischen Mandats bestanden“. Israel wurde nicht erwähnt, die Sprache war nur
von zu verbietenden zionistischen Aktivitäten. Erst 1974 hat die OLP einen
unabhängigen palästinensischen Staat gefordert und 1988 von einem Israel benachbarten
Staat mit Hauptstadt in Jerusalem-Ost gesprochen. Auch bei der PLO war nie die
Rede vom Islam, denn ihre Führer waren Sozialisten oder standen dem
sozialistischen Lager nahe.
Nach dem von Israel gewonnenen Sechstagekrieg stieg die Bedeutung der
PLO unter der Führung Jassir Arafats beträchtlich, denn dieser bot als
Alternative zu militärischen Interventionen die Terrorismusakte seiner Al Fatah
an, einer militanten Abteilung PLO. Bei seinem Tun hatte er einen Konkurrenten:
Georges Habasch, maoistisch orientierter Führer der Volksfront zur Befreiung
Palästinas (PFLP), ebenfalls Mitglied der PLO. Arafat lief mit grossem Erfolg bei
allen Führern des arabischen Lagers herum um Geld für sich aufzutreiben.
Habasch war hingegen in diesem Geschäft weniger begabt, ausserdem spezialisierte
er sich auf Attentate ausserhalb Palästinas, was ihm selbst von europäischen
Palästinenserfreunden übel genommen wurde.
Mit der Erfindung eines „palästinensischen Volkes“ hatte die Arabische
Liga einen Feind in unmittelbarer Nachbarschaft Israels geschaffen, dessen
Existenz als besonders wichtig erwies, nachdem die Nachbarn Israels Ägypten und
Jordanien weich geworden waren und Friedensverträge mit Israel unterzeichnet
hatten. Das „palästinensische Volk“ und seine OLP erlaubten es dem arabischen
Lager, den Jihad gegen Israel mit nicht-militärischen Mitteln fortzusetzen, das
heisst mit terroristischen und medialen Mitteln.
Für das
arabisch-islamische Lager ist das „palästinensische Volk“ nur ein Bauer auf dem
Schachbrett, ein Bauer, den man gegebenenfalls auch opfern kann. Bis jetzt hat
sich jedoch das „palästinensische Volk“ als eine nützliche Figur im Jihad der
islamischen Welt gegen den Staat Israel und die westliche Zivilisation, die er
im Nahen Osten vertritt.
Mit
dem palästinensischen Volk hat man Israel einen motivierten Feind vor die Nase
gesetzt.. Dieser Feind wurde für das arabische Lager ganz besonders wichtig
nachdem Israel Friedensverträge mit den beiden Nachbarstaaten Ägypten (1979)
und Jordanien (1994) geschlossen hatte. Nach vierzigjähriger Indoktrinierung
durch arabische Medien und Politiker, und die Übernahme des Begriffs durch
westliche Medien sind die palästinensischen Araber heute gänzlich davon
überzeugt, sie seien schon immer ein Volk gewesen.
Einen
palästinensischen Staat gibt es bis heute nicht, obwohl er von arabischer Seite
seit den 50er Jahren gefordert wird und von der UNO-Resolution 181 vom 29.
November 1947 (Teilungsplan Palästinas) vorgesehen ist. Grund: Die arabische
Seite hat diesen Teilungsplan nie akzeptiert, sie besteht darauf, dass
Palästina gesamthaft einen arabisch-islamischen Staat bilden müsse und das
Israel ein von aussen aufgedrängter Fremdkörper innerhalb der arabischen Nation
sei. Primäres Ziel palästinensischer Politik ist die Vernichtung des Staates
Israel.
Nichts
destotrotz sind verschiedene europäische Staaten in diesen Tagen dabei, einen
palästinensischen Staat anzuerkennen, der nur virtuell existiert. Die PLO
mauserte sich mit der Zeit zur Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Diese geniesst
internationale Anerkennung als Vertretung des palästinensischen Volkes, ist jedoch kein
Völkerrechtssubjekt, aber hatte bei den Vereinten Nationen anders als die PLO
keinen Beobachterstatus. 2013 benannte sich die PA in „Staat Palästina“ um.
Schweden hat nun dieses Palästina als eigenständigen Staat anerkannt. In London sprach sich das
britische Unterhaus vor kurzem ebenfalls für den Schritt aus. Das Votum ist
aber nicht bindend für die Regierung.
Die Entscheidung aus
Stockholm sei eine Reaktion auf die "israelischen Maßnahmen in Jerusalem",
sagte ein palästinensischer Sprecher, womit wieder einmal Baumassnahmen gemeint
sind. Das dürfte jedoch kaum stimmen, vielmehr ist anzunehmen, dass Schweden
mit diesem Schritt versucht, die islamischen Immigranten, die es aufgenommen
hat und die zu einer nationalen Plage geworden sind, zu beruhigen.
Nessun commento:
Posta un commento