Auszüge
aus: Bat Ye’or, Verso il
Califfato Universale: Come l'Europa è diventata complice dell'espansionismo
musulmano, Lindau, Torino
Der europäische
Multikulturalismus ist Teil von zwei politischen Prozessen, die zwar
unterschiedlich aber doch miteinander verbunden sind. Im ersten Prozess, bei der Schaffung eines vereinten Europas, war
der Multikulturalismus ein wesentliches und positives Instrument um die
Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft zu fördern.
In diesem Fall bezog sich der Multikulturalismus jedoch auf Bevölkerungen, welche
die gleichen Grundwerte teilten, der gleichen Kultur angehörten und ganz
besonders vom gleichen Wunsch nach Frieden beseelt waren.
Der
zweite Prozess betrifft die euro-arabische Integration im Mittelmeerraum. In
diesem zweiten Fall entstammt der Multikulturalismus der Ablehnung des grössten
Teils der muslimischen Einwanderer, sich in die westliche Gesellschaft zu
integrieren und ist einer der Hauptpfeiler der gemeinsamen
europäisch-mittelmeerischen Sicherheits-
und Einwanderungspolitik, weil er erlaubt diese Ablehnung zu negieren.
Das
moderne Verständnis des Multikulturalismus postuliert die Gleichwertigkeit aller
Kulturen und folglich auch die Gleichwertigkeit der Werte, die die Grundlage
dieser Kulturen bilden. Aber diese Auffassung von der Gleichwertigkeit existiert
nur in der westlichen Welt, denn die islamischen Gesellschaften nehmen für sich
in Anspruch höheren Werten zu unterstehen (Koran III, 110). Diese Asymmetrie des
Multikulturalismus-Konzeptes führt praktisch zu seiner Aufhebung.
Heute
ist der Multikulturalismus ein Grundelement der intereuropäischen und
internationalen Politik: er determiniert die Beziehungen zwischen Europa und
dem Islam, aber er bezieht sich nicht auf andere Kulturen, nicht auf die
chinesische, die japanische oder die indische Kultur. Die Erklärung dazu findet
man in den Sprüchen des Korans, die den Moslems verbieten, die Gebräuche der
Ungläubigen anzunehmen, insbesondere jener der Juden und Christen. Der Koran
verbietet deren Ideen zu übernehmen und Freundschaften mit ihnen zu schliessen
(Koran V,51, 57). Der Multikulturismus erlaubt es den in den Westen emigrierten
Moslems, ihre eigene Kultur und ihre
eigenen Gebräuche zu konservieren und sie gleichberechtigt mit denen der
einheimischen Bevölkerungen zu praktizieren. Auf diese Weise vermeiden sie die
von der Religion verbotene Integration und können, entsprechend dem Postulat
der Gleichwertigkeit der Werte, die Kultur ihres Ursprungslandes zu behalten.
Seit
den 70er Jahren haben die Länder Europas und der Arabischen Liga das vom Koran geforderte
Integrationsverbot durch die Berufung auf den Multikulturismus umgangen. Schon
auf der zweiten, 1974 in Lahore stattgefundenen Konferenz der OIC, hat der
Generalsekretär der Islamischen Konferenz, Muhammad Hassan Al-Tuhami, dieses
Problem angeschnitten, indem er einen Islamischen Staat aufzeichnete, der sich
bemüht, den Islam auch in nichtislamischen Ländern zu verbreiten. Und er hat
die mohammedanischen Gelehrten dazu aufgerufen, ihre Anstrengungen zu
koordinieren um eine intellektuelle Wiedergeburt ins Leben zu rufen, welche „die
Hoffnungen der islamischen Nation auf die Schaffung einer breiten und soliden
Basis für die gegenwärtige und die nachfolgende Generation“ krönt.
Infolge
der massiven Einwanderungswellen aus muslimischen Ländern, die durch die
offiziöse Politik des Euro-Arabien-Dialogs (1973) ausgelöst wurden und sich durch
den Prozess von Barcelona intensiviert hatten, übernahm die EWG das Konzept des
Multikulturismus. Die Promotoren dieses Modells beziehen sich dabei immer
wieder auf das Beispiel des arabischen und ottomanischen Imperiums, in welchem
unterschiedliche ethno-religiöse Gruppen miteinander gelebt haben. Diese
Argumentation ist jedoch völlig fehl am Platz, denn diese Imperien basierten gänzlich
auf dem islamischen Gesetz der Scharia und tolerierten andere Religionen nur in
der Form einer Halbknechtschaft, welche die Überlegenheit des Islam anerkennt.
Mit kultureller Gleichstellung, wie sie heute in Europa verfochten wird, hatte
das absolut nichts zu tun. Ausserdem war die Anwesenheit anderer Ethnien in den
islamischen Imperien die Folge der Eroberung von fremden Ländern und der dazugehörigen
Eingliederung ihrer entrechteten und unterworfenen Einwohner (Dhimmis) in die islamische
Welt. Diese durch dschihadistische Eroberungskriege und Islamisierung
geschaffene Situation unterscheidet sich vollständig von den heute durch die
freie Einwanderung von Ausländern in Europa geschaffenen Verhältnissen.
Auf
einer mehr spezifischen Ebene ist es nützlich hervorzuheben, dass die Übernahme
des Multikultur-Konzeptes in Europa im Grunde der EU-Politik widerspricht,
welche die Gesetzgebungen der Mitgliedsländer uniformieren möchte, denn die
Übernahme der Scharia als alternatives rechtliches System in Europa hiesse eine
religiös inspirierte Rechtsprechung einzuführen, die den Nichtmuslimen
feindlich gegenübersteht und im Widerspruch zum Geist und zum europäischen Rechtsempfinden
steht.
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