martedì 11 novembre 2014

Multikulturalismus (auf Vulgärdeutsch auch einfach MULTIKULTI)


Auszüge aus: Bat Ye’or, Verso il Califfato Universale: Come l'Europa è diventata complice dell'espansionismo musulmano, Lindau, Torino

 

Der europäische Multikulturalismus ist Teil von zwei politischen Prozessen, die zwar unterschiedlich aber doch miteinander verbunden sind. Im ersten Prozess,  bei der Schaffung eines vereinten Europas, war der Multikulturalismus ein wesentliches und positives Instrument um die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft zu fördern. In diesem Fall bezog sich der Multikulturalismus jedoch auf Bevölkerungen, welche die gleichen Grundwerte teilten, der gleichen Kultur angehörten und ganz besonders vom gleichen Wunsch nach Frieden beseelt waren.

Der zweite Prozess betrifft die euro-arabische Integration im Mittelmeerraum. In diesem zweiten Fall entstammt der Multikulturalismus der Ablehnung des grössten Teils der muslimischen Einwanderer, sich in die westliche Gesellschaft zu integrieren und ist einer der Hauptpfeiler der gemeinsamen europäisch-mittelmeerischen  Sicherheits- und Einwanderungspolitik, weil er erlaubt diese Ablehnung zu negieren.

Das moderne Verständnis des Multikulturalismus postuliert die Gleichwertigkeit aller Kulturen und folglich auch die Gleichwertigkeit der Werte, die die Grundlage dieser Kulturen bilden. Aber diese Auffassung von der Gleichwertigkeit existiert nur in der westlichen Welt, denn die islamischen Gesellschaften nehmen für sich in Anspruch höheren Werten zu unterstehen (Koran III, 110). Diese Asymmetrie des Multikulturalismus-Konzeptes führt praktisch zu seiner Aufhebung.

Heute ist der Multikulturalismus ein Grundelement der intereuropäischen und internationalen Politik: er determiniert die Beziehungen zwischen Europa und dem Islam, aber er bezieht sich nicht auf andere Kulturen, nicht auf die chinesische, die japanische oder die indische Kultur. Die Erklärung dazu findet man in den Sprüchen des Korans, die den Moslems verbieten, die Gebräuche der Ungläubigen anzunehmen, insbesondere jener der Juden und Christen. Der Koran verbietet deren Ideen zu übernehmen und Freundschaften mit ihnen zu schliessen (Koran V,51, 57). Der Multikulturismus erlaubt es den in den Westen emigrierten Moslems,  ihre eigene Kultur und ihre eigenen Gebräuche zu konservieren und sie gleichberechtigt mit denen der einheimischen Bevölkerungen zu praktizieren. Auf diese Weise vermeiden sie die von der Religion verbotene Integration und können, entsprechend dem Postulat der Gleichwertigkeit der Werte, die Kultur ihres Ursprungslandes zu behalten.

Seit den 70er Jahren haben die Länder Europas und der Arabischen Liga das vom Koran geforderte Integrationsverbot durch die Berufung auf den Multikulturismus umgangen. Schon auf der zweiten, 1974 in Lahore stattgefundenen Konferenz der OIC, hat der Generalsekretär der Islamischen Konferenz, Muhammad Hassan Al-Tuhami, dieses Problem angeschnitten, indem er einen Islamischen Staat aufzeichnete, der sich bemüht, den Islam auch in nichtislamischen Ländern zu verbreiten. Und er hat die mohammedanischen Gelehrten dazu aufgerufen, ihre Anstrengungen zu koordinieren um eine intellektuelle Wiedergeburt ins Leben zu rufen, welche „die Hoffnungen der islamischen Nation auf die Schaffung einer breiten und soliden Basis für die gegenwärtige und die nachfolgende Generation“ krönt.

Infolge der massiven Einwanderungswellen aus muslimischen Ländern, die durch die offiziöse Politik des Euro-Arabien-Dialogs (1973) ausgelöst wurden und sich durch den Prozess von Barcelona intensiviert hatten, übernahm die EWG das Konzept des Multikulturismus. Die Promotoren dieses Modells beziehen sich dabei immer wieder auf das Beispiel des arabischen und ottomanischen Imperiums, in welchem unterschiedliche ethno-religiöse Gruppen miteinander gelebt haben. Diese Argumentation ist jedoch völlig fehl am Platz, denn diese Imperien basierten gänzlich auf dem islamischen Gesetz der Scharia und tolerierten andere Religionen nur in der Form einer Halbknechtschaft, welche die Überlegenheit des Islam anerkennt. Mit kultureller Gleichstellung, wie sie heute in Europa verfochten wird, hatte das absolut nichts zu tun. Ausserdem war die Anwesenheit anderer Ethnien in den islamischen Imperien die Folge der Eroberung von fremden Ländern und der dazugehörigen Eingliederung ihrer entrechteten und unterworfenen Einwohner (Dhimmis) in die islamische Welt. Diese durch dschihadistische Eroberungskriege und Islamisierung geschaffene Situation unterscheidet sich vollständig von den heute durch die freie Einwanderung von Ausländern in Europa geschaffenen Verhältnissen.

Auf einer mehr spezifischen Ebene ist es nützlich hervorzuheben, dass die Übernahme des Multikultur-Konzeptes in Europa im Grunde der EU-Politik widerspricht, welche die Gesetzgebungen der Mitgliedsländer uniformieren möchte, denn die Übernahme der Scharia als alternatives rechtliches System in Europa hiesse eine religiös inspirierte Rechtsprechung einzuführen, die den Nichtmuslimen feindlich gegenübersteht und im Widerspruch zum Geist und zum europäischen Rechtsempfinden steht.

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