(30-10-2014) Im engeren Sinne geht es beim Jihad um die Vernichtung des Staates Israel. Gleich nach der Proklamation des Staates Israel durch David Ben Gurion am 14. Mai 1948 wurde der junge Staat von einer Koalition arabischer Staaten angegriffen, der Ägypten, Saudi Arabien, Jordanien, der Libanon, der Irak und Syrien angehörten. Der Krieg dauerte von Mai 1948 bis Juli 1949 und endete mit einem Sieg Israels, das erhebliche Gebietsgewinne verzeichnen konnte.1949 wurde mit den arabischen Angreifern jeweils ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet.
Der Jihad gegen Israel
wurde nun arabischen Terroristengruppen in Palästina übertragen. 1966 war die
Zahl der Übergriffe arabischer Terroristen auf 41 gestiegen, und schon in den
ersten vier Monaten des Jahres 1967 kam es zu 37 Angriffen. Am 15. Mai 1967 (dem Jahrestag der
israelischen Unabhängigkeitserklärung) besetzten ägyptische Streitkräfte die entmilitarisierte
Zone des Sinai. Unterstützt wurden sie dabei von palästinensischen Jihadisten.
Am 16. Mai forderte der ägyptische Staatspräsident Gamal Abdel Nasser die seit
1956 stationierten UN-Truppen auf, das Grenzgebiet zu Israel zu verlassen. Am
18. Mai bereiteten sich die syrischen Truppen auf Kampfhandlungen auf den
Golanhöhen vor. Der UNO-Generalsekretär Sithu U Thant kam Nassers Forderung
widerstandslos nach und zog die UN-Truppen ab.
Am 22. Mai 1967 sperrte die ägyptische Armee die Strasse von Tiran (den
Zugang zum Golf von Akaba) erneut für die israelische Schifffahrt. Am 30. Mai
schloss auch Jordanien mit Ägypten einen Militärpakt. Am 4. Juni trat der Irak
dem Militärbündnis von Ägypten, Jordanien und Syrien bei. Am 5. Juni 1967
begann der Sechstagekrieg. Israel kam dem sich abzeichnenden gemeinsamen
Angriff Ägyptens, Syriens und Jordaniens durch einen Präventivschlag zuvor und
kontrollierte nach militärischem Erfolg den Gaza-Streifen und die
Sinai-Halbinsel, das Westjordanland und Ost-Jerusalem und schließlich die
Golanhöhen. Am 11. Juni wurde der Waffenstillstand unterzeichnet. Am 19. Juni
beschloss das israelische Kabinett, die Gebiete in Friedensverhandlungen
zurückzugeben.Im Jahre 1973 versuchten die arabischen Staaten noch einmal Israel mit militärischen Mittel von der Landkarte zu tilgen. Am 6. Oktober 1973, dem jüdischen Versöhnungsfest Jom Kippur, griffen Syrien und Ägypten Israel an. Die Syrer drangen mit über 1400 Panzern in die Golanhöhen ein, die Ägypter durchbrachen die israelischen Verteidigungsstellungen und überquerten den Sueskanal. Mit Ausnahme eines kleinen Gebietes um Port Said an der Mittelmeerküste gelang den Ägyptern die Einnahme der Bar-Lew-Linie und die Besetzung eines Streifens parallel zum Sueskanal. Den Israelis gelang es jedoch relativ bald, die Angreifer zurückzuschlagen. Im Norden führte die Gegenoffensive zu einer Niederlage für die syrische Armee, die in wenigen Tagen – bis zum 10. Oktober – bereits besiegt war und 870 Panzer sowie tausende Fahrzeuge und Geschütze zurücklassen musste. Die Syrer wurden bis 32 Kilometer vor Damaskus zurückgedrängt, die syrische Hauptstadt massiv bombardiert, was viele zivile Opfer forderte. Ein Durchbruch durch die syrische Front gelang den israelischen Truppen jedoch nicht.
Auf der
Sinai-Halbinsel drängten israelische Truppen die Ägypter ebenfalls zurück und
überquerten am 16. Oktober den Sueskanal. Südlich der Bitterseen gelang es
den Israelis unter Führung von General Ariel Scharon, die auf dem Ostufer
verbliebene ägyptische 3. Armee einzukesseln. Die israelische Armee stand
nun jenseits des Sueskanals, 120 km vor Kairo.
Als
flankierende Massnahme beschloss, auf betreiben der arabischen Länder, die
Organisation erdölproduzierender Länder (OPEC) den Erdölpreis zu erhöhen. Am 17. Oktober 1973 stieg der
Ölpreis von rund drei US-Dollar pro Barrel (159 Liter) auf über fünf Dollar,
also um etwa 70 Prozent. Im Verlauf des nächsten Jahres stieg der Ölpreis
weltweit auf über zwölf US-Dollar.
Am 22. Oktober
rief der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in der Resolution 338 auf Druck
der Vereinigten Staaten alle Parteien auf, das Feuer einzustellen. Bei
Inkrafttreten des Waffenstillstands am 22. Oktober (Nordfront) bzw.
24. Oktober (Südfront) waren die Syrer besiegt; die eingeschlossene und
unversorgte ägyptische 3. Armee stand vor der Vernichtung.
Nach
dem Sechstagekrieg (1967) und insbesondere nach dem Jom-Kippur-Krieg (1973)
musste die so eifrig von Nasser, Sadat und Arafat beschworene „grosse arabische
Nation“ (Panarabismus) einsehen, dass
Israel mit militärischen Mitteln nicht beizukommen war. Das arabisch-islamische
Lager änderte deshalb wieder seine Strategie und setzte nunmehr ganz auf
Terrorismus und Propaganda. Mit der Ausführung der terroristischen Anschläge
wurde die „Palestine Liberation Organization“ (PLO) betraut. Diese hatte viele motivierte
Kämpfer und ein paar gute Organisatoren wie George Habash mit seiner
palästinensischen Volksfront und Jassir Arafat, dem Führer von Al Fatah. Die
neue, alte Strategie hatte auch einen Vorteil: zu ihrer Umsetzung brauchte es
keine hochgerüsteten Armeen, es genügten kleine militante Gruppen (Milizen) um
den Konflikt auf Flamme zu halten.
Nessun commento:
Posta un commento